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Filme


Inhalt:

A Serious Man

A Single Man

Alice im Wunderland - 3D

An Education

Bal - Honig

Chloe

Crazy Heart

Die Eleganz der Madame Michel

Der Ghostwriter

Ich und Orson Welles

Inception

Das Kabinett des Dr. Parnassus

Eine Karte der Klänge von Tokio

Kinatay

Kleine Wunder in Athen

Das Konzert

La Nana - Die Perle

Das Lied von den zwei Pferden

London Nights

Madmoiselle Chambon

Männer, die auf Ziegen starren

Mammuth

Mary & Max

Me too - Wer will schon normal sein?

Micmacs - wem gehört Paris ?

Mr. Nobody

Mother

Nothing Personal

Pippa Lee

Precious

Rocksteady - The Roots of Reggae

Rückkehr ans Meer

Ein russischer Sommer

Salt

Same, same but different

Die Schachspielerin

Shutter Island

Sin Nombre

Soul Kitchen

Splice - Das Genexperiment

The American

The Doors - When you're starnge

The Messenger

The Road

Troubled Water

Uncle Boonmee

Up in the air

Women without men

Zwischen uns das Paradies

The Road

Verfilmung des Pulitzer-Preis-gekrönten Endzeit-Romans von Cormac McCarthy: Vater und Sohn auf der Reise durch ein post-apokalyptisches Land, ständig im Kampf ums Überleben. Wie im Roman herrschen Grautöne vor – hier optisch realisiert durch einen ständigen Grauschleier, trübes Zwielicht und die Verbannung aller Farben. Intensive schauspielerische Leistungen machen The Road zum im wahrsten Sinne des Wortes Feel-Bad-Movie. Für das amerikanische Publikum wurde ein halbwegs optimistisches Ende an die Handlung drangepappt, Romanleser bleiben der Hoffnungslosigkeit überlassen.

Uncle Boonmee erinnert sich an seine früheren Leben

Surrealistischer Film aus Thailand. Gewinner der Goldenen Palme von Cannes. Regisseur Apichatpong Weerasethakul erzählt von Boonmee, der dem Tod Nahe in einer Hütte im thailändischen Dschungel lebt. Es treten auf: der Geist seiner toten Frau; sein verschollener Sohn, der sich mit einem Affengeist verschmolzen hat; eine altjüngferliche Prinzessin, die sich mit einem sprechenden Wels vergnügt; und andere, die ihn auf dem Weg zur Wiedergeburt begleiten.

Es gibt viele ruhige Einstellungen von Tieren und vom Urwald. Der Film nimmt sich Zeit und erzählt keine lineare Geschichte. Vieles bleibt dem westlichen Zuschauer verschlossen. doch auch ohne den kulturellen Hintergrund zu kennen, kann man den Film als surrealistischen Traum konsumieren, wenn man sich darauf einlässt. Oder man sucht sich im Internet passende Interpretationen. Als gedankenfreies Popcornkino ist der Film völlig ungeeignet. Koproduzent des Films ist das Münchener Haus der Kunst. Wer dort noch nie war, macht wohl auch besser einen Bogen um Uncle Boonmee.

The American

George Clooney als einsamer, eiskalter Auftragskiller, der von seinem Boss in ein entlegenes italienisches Bergdorf ‚abgeschoben’ wird, wo er auf seinen letzten Auftrag wartet: er soll ein Präzisionsgewehr für eine Klientin bauen, die sich am Ende als Killerin entpuppt, die auf ihn selbst angesetzt ist. Doch vorher verfällt er fast den italienischen Lebensfreuden. In dem Dorf, in dem sogar der Pfarrer ein Kind hat, entdeckt der Killer seine Gefühle für eine Prostituierte. Das kann nur böse enden, weiß der Filmfan…

Die Einsamkeit des Killers durchzieht die Filmgeschichte: Toshiro Mifune war der vagabundierende Samurai in den Filmen Kurosawas; darauf beriefen sich Melvilles ‚Eiskalter Engel’ Alin Delon und Leones Italo-Western. Regisseur ( und hauptberuflich Starfotograf ) Anton Corbijn zitiert nun direkt Sergio Leones ‚Speile mir das Lied vom Tod’ und bleibt seinen Vorbildern klar unterlegen. ‚The American’ genügt sich in schönen Bildern, der Spannungsbogen bleibt schlaff, die Figuren fesseln nicht.

Rückkehr ans Meer

Francois Ozons Filme überraschen immer wieder, er ist in allen Genres zuhause. Doch am liebsten sind dem Fassbinder-Fan Sozialdramen. In ‚Rückkehr ans Meer’ zeigt er die Geschichte von Mousse, die mit ihrem Partner Louis eine Überdosis Kokain nimmt: er stirbt, sie überlebt. Im Krankenhaus wird ihre Schwangerschaft festgestellt; seine reiche Familie bietet an, die Kosten der Abtreibung zu übernehmen. Wie aus Trotz und ohne das Kind zu wollen, zieht sich Mousse in ein Standhaus ans Meer zurück, um sich einer Methadonbehandlung zu unterziehen. Dort wird die von Paul besucht, dem Bruder des Verstorbenen, der lange keinen Kontakt mehr mit Louis hatte, aber jetzt die Nähe zu Mousse sucht. Eine Beziehung bahnt sich an, platonisch, denn Paul ist homosexuell.

Isabelle Carre spielt mit vollem Körpereinsatz die Hauptrolle und bringt ihre reale Schwangerschaft in den Film ein, der immer wieder den gewölbten Bauch der Schwangeren zeigt. Regisseur Ozon verklärt die Schwangerschaft mit fast schon katholischem Ernst. Als bekennender Homosexueller ist Ozon von Vater- und Mutterschaft ausgeschlossen und schafft sich hier wohl einen künstlerischen Ersatz: am Ende des Films bekommt Mousse ihr Kind, fleiht aber aus dem Krankenhaus und lässt Paul allein mit dem Baby zurück. Er zeigt dem Kind gegenüber die Gefühle, die die Mutter nicht hat. Sind Homosexuelle am Ende die besseren Mütter?

Bal - Honig

Dritter Teil einer biographischen Filmreihe von Regisseur Semih Kapanoglu. Nach ‚Ei’ und ‚Milch’ beschäftigt sich ‚Honig’ mit der Kindheit von Yusuf. Dieser wächst in den anatolischen Wäldern auf, im Einklang mit der Natur. Der Vater ist ein wortkarger Bienenzüchter, trotzdem begeistert sich Yusuf in der Schule für die Poesie. Allerdings kann er vor den Mitschülern keinen Satz vorlesen, ohne ins Stottern zu kommen. Dann kommt plötzlich der Vater von der Honigernte nicht mehr nach Hause zurück…

Man braucht viel Geduld, um sich auf ‚Bal-Honig’ einzulassen, der in langen Einstellungen erzählt wird, der weitgehend ohne Dialoge auskommt und der auf eine Dramaturgie verzichtet zugunsten schöner Naturbilder: Berge im Nebel, Wälder im Sonnenschein, Wälder im Nebel, Berge im Sonnenschein, unberührte Natur und unschuldige Kindheit als verlorenes Paradies. Selbstverständlich ganz ohne Filmtricks, ohne Filmmusik und Kunstlicht: Natur pur.

Mammuth

Gerard Depardieu als pensionierter Schlachter Serge, der sich auf die Suche nach den Belegen seiner Beschäftigungen begeben muss , um zu seiner Rente zu kommen. Auf seinem Motorrad ( Marke Münch-Mammuth ) begibt er sich auf eine Reise in seine Vergangenheit.

Schwarze Komödie aus Frankreich mit einem zotteligen, kugelrunden Hauptdarsteller, absurder Situationskomik und einem Panoptikum grotesker Gestalten, denen der ‚Easy Rentner’ auf seinem Weg begegnet. Gedreht auf überlagertem Filmmaterial, wirkt der Film auch optisch ‚verdorben’ und erinnert manchmal an die französischen Skandalfilme der 70er Jahre, wie z.B. ‚Die Ausgebufften’; Hauptdarsteller damals war Gerard Depardieu, einst ein Sexsymbol.

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Me Too

Ein am Down-Syndrom Leidender verliebt sich in seine ältere Arbeitskollegin. Neben der eigenen Sexualität hilft er noch einem anderen Down-Pärchen auf die Liebes-Sprünge.
Der Hauptdarsteller ist der erste Spanier, der es trotz Down-Syndrom zu einem Universitäts-Diplom gebracht hat. Spanisches Feel-Good-Movie über ganz normale Behinderte.

Eine Karte der Klänge von Tokio

Künstlerisch überhöhtes Porträt der japanischen Metropole, in der eine Auftragskillerin einen französischen Weinhändler ermorden soll, sich aber stattdessen in ihn verliebt. Ist die Story auch wenig originell und langatmig erzählt, die Bilder aus Tokio machen zumindest visuell einen guten Eindruck.

London Nights

Junge Leute suchen in London a) ihren Vater, b) den perfekten Sound und c) die Liebe und landen am Ende doch nur in der Disco ( oder sagt man inzwischen Rave dazu ? ). Mit wackliger Handkamera auf dokumentarisch getrimmt, aber letztendlich nur belanglos.

Das Konzert

Unter der sowjetischen Herrschaft wurden die jüdischen Musiker aus dem Bolschoi-Orchester entlassen. Jetzt nutzen sie die Gelegenheit, um ( mit Hilfe eines abgefangenen Faxes ) ein Konzert in Paris zugeben – nachdem sie 25 Jahre nicht mehr geübt haben und weder im Besitz von Instrumenten, noch von Ausreise-Visa sind. Wie sich das falsche Orchester mit viel Chuzpe und Sinn für Improvisation durch das entstehende Chaos wurstelt, ist allemal einen Augen-Blick Wert und einen Ohren-Blick sowieso. Regisseur Radu Mihaeleanu gibt sich hemmungslosem Optimismus hin und befriedigt alle Klischees über Juden, Sowjets und Konzertveranstalter – auch die politisch inkorrekten.

Rocksteady – The Roots of Reggae

Dokumentation über den Jamaikanischen Musikstil Rocksteady, aus dem der Reggae hervorging. Seltene Dokumentaraufnahmen paaren sich mit aktuellen Interviews und einem Revival-Konzert alter Rocksteady-Stars. Rocksteady-Klassiker werden immer wieder gecovert, etwa ‚The Tide is high’ von Blondie und ‚Rivers of Babylon’ von Boney M und den Neville Brothers.

Ich und Orson Welles

Richard Linklater ist durch seine improvisierten Eine-Nacht-Filme ‚Before Sunrise’ und ‚Before Sunset’ bekannt geworden. Mit ‚Ich und Orson Wells’ wendet er sich dem kulturell-gehobenen Ausstattungskino zu. Während im Hintergrund der junge Orson Welles ein Shakespeare-Stück - und vor allem sich selbst – inszeniert, gibt es im Vordergrund eine zarte Liebesgeschichte zu sehen. Kann man problemlos konsumieren, muss man aber nicht.

Zwischen uns das Paradies

Luna und Amar sind ein modernes, weltoffenes Paar in Sarajewo, sie Stewardess, er Fluglotse. Nachdem er alkoholisiert im Dienst erwischt wird muss Amar eine Entziehung mitmachen. Er bricht diese ab und wendet sich, unterstützt von einem ehemaligem Kriegskameraden, einer radikal-islamischen Sekte zu. Langsam driften die Welten der beiden Partner auseinander. Während er immer radikal-religiöser wird, sucht sie Zerstreuung in Discotheken und Alkohol.
Subtiler, nuanciert gespielter Beitrag zum Thema Parallelgesellschaften.

Mary und Max

Fünf Jahre lang arbeitete der australische Regisseur Adam Elliot an seinem Knetfiguren-Film. Zwei weitere Jahre brauchte ‚Max und Mary’ um in die deutschen Kinos zu kommen. Das mag daran liegen, dass man keine putzigen Wallace-und-Gromit-Streiche geboten bekommt, sondern die skurrile Fernbeziehung zweier Außenseiter und Verlierer: Max ist fett, alt und leidet am Asperger-Syndrom, Mary ist noch ein Kind, dick und hat ein entstellendes Muttermal und eine alkoholsüchtige Mutter. Durch Zufall finden sich der New Yorker und die Australierin zu einer ungewöhnlichen Brieffreundschaft zusammen. Doch in dieser rabenschwarzen Romanze führt kein Weg zum Happy End... Schwarzer Humor für Erwachsene.

Salt

Angelina Jolie als enttarnte russische Doppelagentin Salt, die gleichzeitig gegen den amerikanischen Geheimdienst, den russischen Geheimdienst und die Gesetze der Schwerkraft ankämpft. Wie ein James-Bond-Film folgt hier atemlos Actionszene auf Actionszene, nur der Humor fehlt ( aber den gibt’s beim modernen James Bond ja auch nicht mehr ). Trotz beachtlicher Letalitätsrate spritzt kein Blut und am Ende entscheidet sich Salt für die Guten, aber das darf man eigentlich nicht verraten : old school action movie. Apropos Humor: Salt war mal der Name eines Abrüstungsabkommen zwischen der UdSSR und den USA. Ha ha!

Madmoiselle Chambon

Maurer ( Vincent Lindon ) verliebt sich in die Lehrerin seiner Tochter ( Sandrine Kiberlain ). Ein französischer Liebesfilm, in dem fast nichts passiert: Blicke, die in die falsche Richtung gehen; Worte, die nicht gesagt werden; Berührungen, die nicht stattfinden: die Leiden der Liebe so federleicht geschildert als wär’s von Eric Rohmer.

Kinatay

Als Kinatay 2009 in Cannes gezeigt wurde, ging wegen der Gewaltdarstellung ein Aufschrei durch die bürgerliche Presse. Amerikas Star-Kritiker Roger Ebert schrieb sogar vom ‚worst movie ever made’. Trotzdem vergab die Jury den Regiepreis an den philippinischen Filmemacher Brillante Mendoza.
Längst sind Folter und Sadismus im Mainstream angekommen: Fensehserien wie 24 oder Horrorfilm-Serien wie Saw und Hostel erreichen ein Millionenpublikum und mit Quentin Tarantino ist ein Gewaltfetischist Kritikerliebling geworden. Warum also die Aufregung um Kinatay ?
Vielleicht liegt es an dem dokumentarischen Realismus den Mendoza als Stilmittel verwendet: Mit Handkamera und fast in Echtzeit schildert er die lange Nacht des Polizeischülers Peping: seine Kollegen nehmen ihn mit auf eine lange Fahrt durch das nächtliche Manila, in deren Verlauf eine verschuldete Prostituierte entführt, misshandelt und ermordet wird. Peping sucht ständig nach einem Ausweg, aber er findet keinen, er muss mitmachen oder wird selbst untergehen. ‚Jesus saves’ findet sich nur noch auf Werbeplakaten, nicht mehr in der Realität. Und die Integrität der Polizei findet sich nur noch auf dem Aufdruck eines Sweatshirts.
Dieser pessimistische Weltsicht gründet sich auf einem wahren Fall: korrupte Polisten erpressten Schutzgeld und Zahlungsunwillige oder - unfähige endeten zerstückelt am Straßenrand als Warnung für die anderen.
Ähnlich wie in den dänischen Dogma95-Filmen wird das Geschehen hautnah und unkommentiert abgebildet. Es gibt keine Rücksichtnahme auf die Erwartungen des Publikums: keine Helden, kein Happy End, keine Botschaft, keine Moral. Selbst die vielfach bemängelten Gewaltszenen finden im schmutzigen Halbdunkel statt und bieten keine voyeuristischen Blutfontänen für das Splatter-Publikum. Vielleicht wirken sie deshalb so intensiv.
Als Peping sich am Ende des Films übergeben muss, sagt ihm sein Vorgesetzter: ‚Du wirst dich dran gewöhnen.’ Das klingt für Peping und den Zuschauer eher bedrohlich als tröstlich.
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Kleine Wunder in Athen

‚Too old for Rock’n’Roll , too young to die’ auf Griechisch. Fussballspielen, Bier trinken und über Albaner lästern, das ist der Zeitvertreib einer Gruppe Griechen, während sich der beschauliche Dorfplatz um sie herum dramatisch ändert: Chinesen über nehmen die Gebäude und machen Import-/Export-Läden auf. Albaner bauen ein Europa-Integrations-Denkmal auf...

Mother

Ein Filmhit aus Korea: Als ihr geistig zurückgebliebener Sohn von der Polizei eines Mordes verdächtigt und zu einem Geständnis erpresst wird, versucht seine Mutter auf eigene Faust das Verbrechen zu klären. Nur geht dabei ihre Mutterliebe über ihre kriminalistischen Fähigkeiten.
Interessant dabei sind die kalkulierten Stilwechsel: fängt der Film noch als Klamotte an, wird er später zum Krimi und schließlich zum Schuld-undSühne-Drama. Wieder zeigt es sich, dass in Asien Filme gedreht werden, die mit Hollywood-Klischees brechen, und trotzdem erfolgreich sind. Nur das europäische Publikum wartet lieber auf das amerikanische Remake, das bereits in Planung ist.

Micmacs

Eine Gruppe heruntergekommener Artisten spielt in Paris zwei Waffenproduzenten gegeneinander aus. Phantasievoll-naives Märchen von einer besseren, friedvollen Welt, gedreht von Jean-Pierre Jeunet, der schon ‚Die wunderbare Welt der Amelie’ und ‚Delicatessen’ schuf.

Inception

In naher Zukunft können Menschen in die Träume anderer eindringen. Leonardo di Caprio spielt hier einen Wissenschaftler, der versucht, die Träume eines Industriellen so zu manipulieren, dass dieser es nicht merkt, aber in seinen realen Entscheidungen beeinflusst wird. Dafür muss er erstens den Industriellen kidnappen, und sich zweitens bis in dessen dritte Traumebene begeben: ein Traum im Traum im Traum. Wie schon bei ‚Matrix’ dient der intellektuelle Überbau lediglich dazu, viele verschiedene Actionszenarien und einige aufwändige Special Effects aneinanderzureihen. Über die zweieinhalbstündige Laufzeit wirkt das eher ermüdend als traumhaft. Spätenstens wenn die dritte Traumebene doch nicht ausreicht und die vierte benötigt wird, denkt man unwillkürlich ‚Und täglich grüßt das Ideenrecycling’.

Women without men

Verfilmung eines iranischen Romans des magischen Realismus durch die Videokünstlerin Shirin Neshat: die Geschichte von fünf Frauen zur Zeit der ersten Demokratiebewegung: während die Frauen private Probleme haben ( Zwangsheirat, Scheidung, Unterdrückung ), beschäftigen sich die Männer mit Revolution und Konterrevolution. In einem abgelegenen Obstgarten begegnen sich die fünf Frauen und finden für kurze Zeit ihr Paradies... bis die Männer/Soldaten kommen.

Arg stilisierter Kunstfilm, der sein episches, wie sein politisches Potential für die schicke Oberfläche verschenkt. Die Personen bleiben plakativ und eindimensional; die Zeitsprünge sorgen nur formal für Tiefe, sind aber letztendlich auch nur kunstfertige Spielerei.

Mr. Nobody

Der 118-jährige Nemo Nobody ( Jared Leto ), im Jahr 2089 der letzte sterbliche Mensch, hält Rückschau auf seine Leben: durch seine Fähigkeit, rückwärts durch die Zeit zu reisen, konnte er seine Entscheidungen immer wieder revidieren. Geht es nach der Scheidung der Eltern zum Vater oder zur Mutter? Welche seiner drei Freundinnen soll er heiraten? Oder phantasiert sich der Greis nur etwas zusammen?

Jaco van Dormaels Film ist ein intelligentes Puzzle über die Macht der Möglichkeiten; ist Science-Fiction-, Liebes- und Kunstfilm zugleich. Ein aufwändiger Gegenentwurf zum flachen Mainstream-Kino, in dem Themen wie Schmetterlingseffekt, Entropie, Paralleluniversen u.s.w. behandelt werden.

Pippa Lee

Rebecca Miller, Tochter von Dramatiker Artthur Miller, hat ihren Roman 'Pippa Lee' mit Starbesetzung selbst verfilmt: Robin Wright Penn, Alan Arkin, Keanu Reeves, Winona Ryder, Monica Bellucci ... Da die Geschichte einer liebenvollen Hausfrau und Mutter, deren 'wildes' Vorleben in Rückblenden erzählt wird, erst mit zweijähriger Verspätung in deutsche Kinos kommt, ist Vorsicht angesagt: und tatsächlich: das Feelgood-Movie bietet viel Oberfläche und wenig Gefühl.

La Nana - Die Perle

Raquel ( Catalina Saavedra ) ist seit über zwanzig Jahren Haushälterin bei einer reichen Familie. In dieser Zeit hat sie sich zu einem mürrischen Hausdrachen entwickelt. Als sie - gesundheitlich angeschlagen - eine Hilfe bekommen soll, intrigiert sie mit allen Mitteln gegen die unerwünschte Konkurrenz. Ein chilenischer Film von Sebastian Silva über Familie und Eifersucht, gedreht im rauen, dokumentarischen Dogma-Stil mit überzeugenden Darstellern.

The Doors - When you're strange

Film von Tom di Cillo über die Rockgruppe 'The Doors'. Weitgehend aus Dokumentarmaterial zusammengesetzte chronologische Wiedergabe der Bandgeschichte. Auf Auf aktuelle Interviews hat der Regisseur verzichtet. So kommt es, dass vor allem Sänger Jim Morrisson im Mittelpunkt steht, der im Alter von nur 27 Jahren starb.

Das Lied von den zwei Pferden

Die mongolische Regisseurin Byambasuren Daava schickt in ihrem neuen Film ‚Das Lied von den zwei Pferden’ eine Sängerin auf die Suche nach dem Text des Liedes ‚Die zwei Pferde des Dschingis Khan’. Die ersten Zeilen hatte sie auf dem Hals einer Pferdekopfgeige gefunden und so führt sie die Suche in die innere Mongolei zu Instrumentenbauern und von der Industrialisierung bedrohten Kleinbauern. Nach langer, exotisch lokalkolorierter Suche kann sie das vollständige Lied endlich konzertant aufführen. Für Zuschauer mit Interesse an fremden Kulturen ein Festessen, für den Multiplexbesucher nicht geeignet.

The Messenger

Oren Moverman hat sich für sein Regiedebut einen schweren Stoff ausgesucht: ein im Irak-Krieg verwundeter Soldat ( Ben Foster ), soll nach seiner Genesung die letzten drei Dienstmonate in Amerika ableisten, indem er den Hinterbliebenen gefallener Soldaten die Todesnachricht überbringt. Keine Gefühle zeigen, keine Berührungen zulassen und keine Details zum Tod offenbaren; so lauten die Dienstanweisungen, die ihm sein abgebrühte neuer Partner ( Woody Harrelson ) einimpft. Doch diese Aufgabe überfordert den nur zum Kämpfen ausgebildeten Soldaten.
Ein intensives, niederdrückendes Psychodrama mit preisgekrönten Darstellerleistungen. Nichts für den schnellen Konsum!

Splice - Das Genexperiment

Ein bewußt auf altmodisch getrimmter Horrorfilm im Stil der ‘mad scientist-movies’ der vierziger Jahr: Ein Forscherpaar experimentiert heimlich mit menschlichem Erbgut und erweckt ein Mischwesen zum Leben, das seine eigene Persönlichkeit und Launen entwickelt, die auch tödlich sein können. Der Film kommt wohl nur deshalb ins Kino, weil der Verleih Senator-Film auch Co-Produzent ist, sonst ist es ein Fall für ‚direct to DVD’. Die Hauptdarsteller kannten auch schon bessere Zeiten: Adrien Brody erhielt einen Oscar für die Hauptrolle in Roman Polanskis ‚Der Pianist’ und Sarah Polley, vielfach preisgekrönt als Darstellerin, erhielt eine Oscar-Nominierung für das beste Drehbuch für ‚An ihrer Seite’, bei dem sie auch Regie führte.

Die Eleganz der Madame Michel

Die elfjährige Paloma, die sich von Ihrer Familie unverstanden fühlt, beschliesst, sich an ihrem zwölften Geburtstag umzubringen. In der Zeit bis dahin dokumentiert sie mit einer Videokamera ihre Umwelt. Dabei interviewt sie die unattraktive Concierge, die sich ihr Dasein mit Lesen Schokolade-Essen verschönert. Als ein reicher Japaner als neuer Mieter einzieht und die Concierge zu neuem Leben erblüht, lernt Paloma doch noch, das Leben zu schätzen... Halb schwarze Komödie, halb Märchen vom Erwachsenwerden bietet der Film eine Mischung aus leicht und schwer, Trauer und Komik, wie sie wohl nur die Franzosen hinbekommen, inklusive ein trauriges Happy End.

Chloe

Neuverfilmung des französischen Erotikdramas ‘Nathalie’: um zu prüfen, ob ihr Ehemann ihr treu ist, engagiert eine Frau eine Prostituierte, die ihn verführen soll. Deren Berichte bestätigen zunächst ihren Verdacht, stellen sich dann aber – zu spät - als frei erfunden heraus. Die Neuverfilmung setzt die oberflächlichen Thriller-Elemente in den Vordergrund, wo das Original viel subtiler war. Amanda Seyfried als Nymphe versprüht Lolita-Charme im Gegenteil zur verruchten Erotik von Emmanuelle Beart in ‚Nathalie’.

Sin Nombre

Romeo und Julia-Variante, die an Originalschauplätzen in Mexiko gedreht wurde: Caspar ist Mitglied einer Straßenbande. Er rettet Martha vor einer Vergewaltigung und muss mit ihr fliehen. Auf dem Dach eines Güterzuges fahren sie mit hunderten anderen Flüchtlingen in Richtung USA, verfolgt von den anderen Bandenmitgliedern, vor sich die amerikanische Grenzpolizei. Rauer, schonungslos brutaler und fast dokumentarischer Debutfilm von Cary Fukunaga. Ausgezeichnet beim Sundance-Filmfestival als bestes Drama.

Nothing Personal

Eine Tramperin flieht nach einer versuchten Vergewaltigung zu einem abgelegenen Haus am letzten Ende Irlands, wo sie mit einem eigenbrötlerischen Einsiedler ein Zweckbündnis eingeht: er lässt sie bei sich wohnen, sie hilft ihm in Haus und Garten; sie nennt ihn nur ‚alter Mann’, sie verrät ihm nicht ihren Namen. Nichts Persönliches soll sich in diese seltsame Beziehung einschleichen und jeder, der die selbst auferlegten Regeln verletzt, muss zur Strafe ein Lied singen. Spröde, romantische Anti-Liebesgeschichte, die durch die Kargheit der Landschaft und durch die Zurückhaltung der Hauptdarsteller überzeugt.

A Single Man

Der letzte Tag eines homosexuellen Collegeprofessors vor seinem Selbstmord. Stilvolles Regiedebut des Modemachers Tom Ford. Die schöne Oberfläche passt zum Milieu der dargestellten Oberklasse, die den Schein wahren muss, auch wenn es drunter ganz anders aussieht.

Troubled Water

Verstörender dänischer Film über einen Kindsmörder, der nach verbüßter Strafe als Kirchenorganist arbeitet. Die Mutter des Kindes ist Lehrerin und besucht mit ihrer Klasse genau die Kirche, in der der Täter untergekommen ist. Einmal aus Sicht des Täters und dann aus der Sicht der Mutter erzählt, handelt der Film von Schuld, Verdrängung und Vergebung. Irritierend ist, dass das Opfer hier kaum eine Rolle spielt.

Up in the air

George Clooney als smarter Abwickler, der im Auftrag feiger Vorstände Massenentlassungen durchführt. Privat ist er nur daran interessiert sein Bonusmeilen-Konto zu neuen Rekorden zu führen, da holt ihn die Wirklichkeit ein: eine junge Kollegin schlägt vor, die Kündigungen kostensparend per Internet-Konferenz abzuwickeln, womit sein Arbeitsplatz überflüssig wäre.
Auch Regisseur Jason Reitman ( Juno ) ist mehr an den Romanzen seines Protagonisten interessiert, so dass die Screwball-Comedy Oberhand über das soziale Anliegen gewinnt. Da hilft es auch nichts, dass Interviews mit echten Gefeuerten dazwischengeschnitten sind. Michael Moore, übernehmen Sie!

Precious

Harter Stoff: Die 16-Jährige drei Zentner schwere Schwarze Precious, eine Fast-Analphabetin,die von ihrem Vater bereits ein mongoloides Kind hat, ist - vom Vater vergwaltigt- wieder schwanger. Ihr droht deshalb der Rauswurf aus der Schule und wegen des dann ausbleibenden Schulgelds auch der Rauswurf von zuhause. Für Precious ist es an der Zeit, ihr Leben zu ändern und Entscheidungen zu treffen oder unterzugehen.

Warum sollte man sich das niederschmetternde amerikanische Getto-Drama trotzdem antun? Weil Amerika gar nicht so weit weg ist: Hartz IV läßt grüßen. Und weil der Film letztlich doch optimisch ist und den amerikanischen Traum verkörpert: selbst wenn du ganz unten bist, kannst du es noch schaffen...

Hinterhältig ist die Besetzungstaktik: werden Fettleibige normalerweise von jungen, schönen Schauspielern mit Fat-Suit und viel Maske gespielt, ( zuletzt in Doris Dörries 'Die Friseuse' ), so holten sich hier die Produzenten die 168-kg-Call-Center-Mitarbeiterin Gabourey Sidibe 'von der Straße', die ihre Rolle mit einer atemberaubenden Wucht und fernab aller Getto-Verklärung und Gangster-Rap spielt. Und wurde dafür für den Oscar als beste Hauptdarstellerin nominiert; er funktioniert also wirklich noch, der amerikanische Traum. Im Gegensatz dazu spielt Latin-Beauty Mariah Carey eine unattraktive Sozialarbeiterin vom Typ 'graue Maus'. Und die Oscar-prämierte Mo'Nique , eigentlich Komikerin, verkörpert eine Monster-Mutter, die einem das Gruseln lehrt. Musiker Lenny Kravitz hat eine Nebenrolle als Pfleger.

Alice im Wunderland - 3D

Ob das die Rache der ehemaligen Kolonien am Mutterland Großbrittanien ist: erst wird Sherlock Holmes zum Actionheld umfunktioniert jetzt macht sich Tim Burton über Alice im Wunderland her. Oder besser gesagt, er verwendet die Buch-Illustrationen von John Tenniel als Vorlage für seine 3D-Freakshow, er läßt Figuren wie etwa Humpty-Dumpty weg und erfindet dafür neue hinzu.
Das ist erst verblüffend anzusehen, doch nach einiger Zeit verliert der 3D-Effekt an Reiz und das Spektakel wird zunehmend öde und befriedigt mit einer finalen Schlacht vor allem die Computerspiel-Generation, die immer noch dem Herrn der Ringe nachtrauert. Bevor er mit Disney paktierte war Burton mit seinen Dauerstar Johnny Depp der Mann für's Skurrile, jetzt scheint er sich der Blockbusterei anzubiedern. Vom Charme früherer Burton-Filme oder gar der literarischen Alice ist hier nichts zu spüren. Weitere 3D-Filme folgen Schlag auf Schlag: Vor 115 Jahren wurde das Kino als Rummelplatz-Attraktion geboren, jetzt scheint es dahin zurückzukehren.

Männer, die auf Ziegen starren

Die amerikanische Armee hat sich jahrelang mit parapsychologischer Kriegsführung beschäftigt und mit Psychodrogen eyperimeniert. Jon Ronson hat ein Sachbuch darüber geschrieben, das die Grundlage für diesen Film abgibt. Statt für Fakten interessiert sich der Regisseur aber vor allem für die Arbsurdität des Themas: Soldaten, die durch Blicke töten können, durch Mauern gehen oder sich unsichtbar machen können sollen, bieten genügend Anlass dafür. Aber die Klasse von 'Catch 22' errreicht diese eher an Oberflächeneffekten interessierte Klamotte nicht. Fazit: Potential verschenkt. Das mit dem Starren nochmal üben.

Die Schachspielerin

Französische Literaturverfilmung über eine Putzfrau, die das Schachspielen entdeckt und dadurch zu sich selber findet, aber sich von ihrer Umgebung entfremdet. Durch Hauptdarstellerin Sandrine Bonnaire noch erträgliche Romanze mit Kevin Kline als Schachlehrer.

Crazy Heart

Filme über Country-Musiker haben in Deutschland ähnliche Erfolgsaussichten wie Filme über Football-Spieler. Doch diese Ballade vom abgestürzten, alkoholabhängigen ehemaligen Country-Star hebt der Hauptdarsteller Jeff Bridges mit Mut zur Wampe und Schmuddeligkeit über den Durchschnitt. Seine Beste Rolle seit dem ähnlich gelagerten 'Fat City'.

A Serious Man

Für einen jüdischen Professor bricht die gesicherte Welt zusammen: seine Frau will ihn verlassen, ein Student erpresst ihn ... Er sucht bei geistlichen und weltlichen Kompetenzen um Rat, findet aber keine Antwort... außer vielleicht bei Jefferson Airplane. Der gallige Humor der Coen-Brüder ist nicht jedermanns Sache, aber es beruhigt zu wissen, wie der Abspann verrät, dass bei der Herstellung dieses Films keine Juden zu Schaden kamen.

An Education

Regisseurin Lone Scherfing ist Dogma-erprobt. Autor Nick Hornby ist Englands Pop-Kultautor. Das klingt vielversprechend, doch die moralisierende Geschichte des englischen Middleclass-Mädchens, das auf einen hochstaplerischen Upperclass-Dandy hereinfällt, gehört eher nach Hollywood als ins europäische Kino.

Der Ghostwriter

Roman Polanski macht inzwischen mehr Schlagzeilen durch seine Verhaftung als durch seine Filme. The Ghostwriter basiert auf einem Buch von Robert Harris . Eigentlich wollte Polanski ein anderes Buch von Harris verfilmen, scheiterte aber an der Finanzierung. So hängt am Ghostwriter der Verdacht der zweiten Wahl und so sieht der Film auch streckenweise aus: wie eine Auftragsproduktion als Verlegenheitslösung.

Das Kabinett des Doktor Parnassus

Regisseur Terry Gilliam behauptet, er hätte beim Drehen keine Drogen genommen. Das nehmen wir ihm aber nicht ab! Ähnlich bekifft wie 'Fear and Loathing in Las Vegas'.

Ein russischer Sommer

Film über die letzten Monate im Leben von Leo Tolstoy. In seinem Testament will der Dichter sein Vermögen dem Staat vererben, was Widerstand von Seiten seiner Frau hervorruft. Der Streit des alten Paares wird die Liebesgeschichte eines jüngeren Paares gegenübergestellt. Großartige Schauspieler, u.a. Christopher Plummer und Helen Mirren in einem sonst eher betulichen Film. Das richtige für eine Schulvorführung mit anschliessendem Aufsatz.

Same Same But Different

Detlev Buck entwickelt sich, nachdem er die Komödienwelt verlassen hat, zu einem richtig guten Regisseur. Hier schildert er vollkommen unsentimental die wahre Geschichte eines jungen Sextouristen, der sich in Kambodscha in eine aidskranke Prostituierte verliebt und sie schließlich gegen alle Widerstände heiratet. Der Film lief fast unter Ausschluß des Publikums in den Kinos. Schade.

Shutter Island

Martin Scorseses Verbeugung an das Gruselkino aus der Glanzzeit Hollywoods, wieder mit seinem Muserich Leonardo di Caprio. Den gewitterumtosten Irrenhausthriller kann man mögen, muss man aber nicht. Die Auflösung ahnt der geübte Thriller-Fan schon nach wenigen Minuten.

Soul Kitchen

Fatih ( Gegen die Wand ) Akins Komödiendebut. Er sagt, er wolle in Zukunft keine Komödien mehr drehen, zu anstrengend. Gut so!

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